Der Grafikkartenhersteller Nvidia blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.
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Nvidia bald im Nirwana?


Der renommierte Grafikkartenhersteller Nvidia hängt gegenwärtig in den Seilen. Massive Umsatzeinbrüche, ein sich ungünstig verändernder Markt sowie nun auch noch eine juristische Auseinandersetzung mit Intel drohen den Grafikkarten Giganten in die Knie zu zwingen.

Lange Zeit galt Nvidia als unangefochtene Nummer eins in Belangen der Grafikkarten. Die Grafikkarten der Geforce Reihe verkauften sich so zuverlässig wie geschnitten‘ Brot und waren fast standardmäßig in einer Vielzahl von PCs integriert. Doch nun droht großer Ungemach und die einstmalige Kapazität in Sachen Grafikkarten blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.

Eine erste Schreckensmeldung bestand in den dramatischen Umsatzeinbrüchen. Im letzten Quartal 2008 hatte Nvidia Umsatzeinbußen von unglaublichen 60 % zu verbuchen! Auf denselben Zeitraum fiel dann auch noch eine millionenschwere Rückrufaktion, die infolge eines Produktionsfehlers notwendig wurde.

Nvidia schwächelt

Wie sind diese Umsatzeinbrüche zu erklären? Dafür gibt es mehrere Gründe. Einerseits leidet der gesamte Computermarkt gegenwärtig unter einer Flaute. Im Quartal 2008 fand nur noch ein Wachstum von 1,1 Prozent statt. Hauptverantwortlich dafür ist natürlich die gegenwärtige Rezession. Jedoch ist es auch eine Marktverschiebung, die Nvidia zu schaffen macht. So werden immer mehr Notebooks und Laptops anstelle von PCs gekauft. Im gewerblichen Sektor (Bürocomputer etc.) hingegen, sind die Zahlen deutlich rückläufig. Bei Notebooks und Laptops sind Grafikkarten stets fest in der Hauptplatine integriert und können nicht ausgewechselt werden, jedoch war es gerade der Verkauf externer Grafikkarten, der für Nvidia ein wichtiges Standbein darstellte. Dieser Markt verliert durch die zunehmende Verbreitung von mobilen Geräten jedoch an Bedeutung. Hinzu kommt eine verschärfte Konkurrenz Situation, denn bei internen Grafikkarten ist Intel absolut führend. Nun macht auch noch ATI Druck. Diesen Konkurrenten hatte Nvidia bereits als geschlagen gewähnt, als überraschend der Chiphersteller AMD intervenierte und ATI aufkaufte. Nun hat ATI Nvidia den Preiskampf erklärt und kommt mit günstigen Angeboten daher. Des Weiteren drängt nun AMD ebenfalls auf den Markt für interne Grafikkarten.

Als ob all dies noch nicht genug wäre, steht Nvidia nun ein juristisches Geplänkel mit Intel bevor. Intel beschuldigt Nvidia, die Beendigung eines 2004 abgeschlossenen, gegenseitigen Lizenzabkommens ignoriert zu haben. Zu diesem Zeitpunkt tauschten die beiden Hersteller Lizenzen zur Nutzung der jeweils anderen Patente miteinander aus. Intel beendete die Kooperation vor einem Dreivierteljahr und beschuldigt Nvidia nun, nicht darauf reagiert zu haben. Nun soll ein Gerichtsbeschluss Klarheit schaffen. Bei Nvidia streitet man diese Vorwürfe ab. Viel mehr wähnt man die überraschende Klage als durchsichtigen Versuch von Seiten Intels, sich einen Vorteil auf dem härter umkämpften und gegenwärtig schrumpfenden Prozessoren-Markt zu sichern, indem man Nvidia von Innovationen ausschließen wolle. Aktuelle Nvidia Produkte sind zwar nicht von der Klage betroffen, jedoch geht es um die kommenden Produkte ab Ende 2010.


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(nvw) - 28.02.2009 @ 10:14 Uhr


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